Hellbrunn und seine versteckten Ecken
Eine Bühne im Fels, ein kleines Schloss oben im Wald und eine Miniaturwelt, die allein durch Wasser in Bewegung kommt. In Hellbrunn liegen einige ziemlich ungewöhnliche Orte nah beieinander. Für einen Nachmittag kannst du sie zu einem Spaziergang verbinden und unterwegs immer wieder irgendwo hängen bleiben.
Schloss Hellbrunn wurde für Erzbischof Markus Sittikus als Lustschloss gebaut. Er wollte hier Gäste empfangen, unterhalten und überraschen. Diese Freude am Ausprobieren lässt sich bis heute in der Anlage entdecken. Manches fällt sofort auf, anderes erst, wenn du einen Weg weitergehst oder genauer hinschaust.
Vom Schloss hinein ins Grüne
Dein Spaziergang beginnt am Fürstenweg 37, 5020 Salzburg. Hinter dem Schloss erstreckt sich ein rund 60 Hektar großer Park mit Teichen, Wiesen, Wald und dem Hellbrunner Berg. Zwischen den gestalteten Gartenbereichen und den Waldwegen verändert sich die Umgebung beim Weitergehen.
Lass dir schon hier Zeit. Schau auf die Figuren, die Wasserflächen und die Wege, die vom Schloss wegführen. Du kannst dir zunächst eine kleine Runde vornehmen und sie später verlängern.
Eine weitere Entdeckung im Park ist der Garten der Sinne. Dort gibt es unter anderem ein Kneippbecken, Handbecken und Wassernebel. An einem warmen Tag ist das ein schöner Zwischenstopp zum Abkühlen. Der Eintritt in den Schlosspark ist kostenlos.

Plötzlich stehst du vor einem Theater im Fels
Auf dem Hellbrunner Berg liegt das Steintheater. Schon der große Eingang im Fels macht neugierig. Dahinter öffnet sich ein Theaterraum mit einer steinernen Bühne und mehreren Durchgängen, durch die Darsteller auftreten konnten.
Ursprünglich war dieser Ort ein Steinbruch. Hier wurde Baumaterial für Schloss Hellbrunn gewonnen, bevor Markus Sittikus ihn zur Bühne umgestalten ließ.
1617 fand die erste musikalische Darbietung im Steintheater statt. Wenn du heute davorstehst, kannst du dir vorstellen, welchen Eindruck die Anlage damals gemacht haben muss. Eine Figur erscheint aus einer Felsöffnung, verschwindet wieder und taucht an einer anderen Stelle auf.
Speichere dir das Steintheater im Hellbrunner Park als Ziel. Vor Ort lohnt es sich, den Raum aus verschiedenen Blickwinkeln anzusehen. Erst beim zweiten Blick werden manche Öffnungen und Übergänge deutlich.

Ein kleines Schloss über dem Park
Deine Runde lässt sich mit dem Monatsschlössl verbinden. Das ehemalige Jagdschlösschen wurde 1615 errichtet. Seinen Namen verdankt es der Legende, dass es in nur einem Monat gebaut worden sei.
Oben lohnt sich eine Pause für den Blick über Hellbrunn. Vom Schlösschen aus siehst du die Parkanlage, das Schloss und die Festung Hohensalzburg. Die Wege, auf denen du gerade noch unterwegs warst, lassen sich von hier aus in einen größeren Zusammenhang einordnen.
Im Gebäude befindet sich seit 1924 das Volkskunde Museum. Zur Sammlung gehören historische Masken, Trachten und bemalte Möbel. Wenn du hineingehen möchtest, prüfe vorher die saisonalen Öffnungszeiten.
Das Monatsschlössl auf dem Hellbrunner Berg ist damit sowohl ein Ziel für den Spaziergang als auch für einen Museumsbesuch.

Kleine Entdeckungen in den Wasserspielen
Zurück beim Schloss kannst du die Wasserspiele besuchen. Zwischen Grotten, Figuren und Spritzbrunnen lohnt sich besonders der genaue Blick auf das Mechanische Theater. Hier bewegen sich 142 kleine Figuren durch Wasserkraft. Sie zeigen Handwerker und Szenen aus dem Leben des 18. Jahrhunderts.
Such dir eine Figur aus und beobachte ihre Bewegung. Dann schau eine Etage höher oder auf die nächste Gruppe. In dieser kleinen Welt passiert so viel gleichzeitig, dass man leicht etwas übersieht.
Für Schloss und Wasserspiele brauchst du ein Ticket. Der Besuch des Volkskunde Museums ist im Hellbrunn Ticket enthalten. So kannst du den Tag mit einem kostenlosen Parkspaziergang beginnen und nach Lust und Zeit erweitern.
Unser Tipp: Plane zuerst die Runde zum Steintheater und Monatsschlössl und danach den Besuch der Wasserspiele. Nimm Schuhe mit gutem Profil mit, denn auf dem Hellbrunner Berg gehören Waldwege und Steigungen dazu. Prüfe die aktuellen Öffnungszeiten, wenn du auch die Ausstellungen besuchen möchtest.